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Nachfolgend haben wir einige Arbeiten aus der Welt der Wissenschaft zusammengestellt. Die vorgestellten Forschungsergebnisse sollte man aber nicht als absolut betrachten, da die Reduktion auf bestimmte Aspekte im Wesen einer wissenschaftlichen Untersuchnung liegt.

Babyschwimmen fördert die Motorik
legt zumindest eine Studie aus Island nahe. In einer Gruppe von 38 Kindern besuchte die eine Hälfte mit zwei bis drei Monate alten Babys für die Dauer von vier Monaten einen Babyschwimmkurs (zwei Stunden pro Woche). Typische Übungen im Schwimmkurs waren beispielsweise: Purzelbaum auf einer schwimmenden Matte mit Hilfestellung, vom Beckenrand springen, nach schwimmenden Gegenständen greifen und gleichzeitig auf Mamas Handfläche balancieren. Die Babys in der anderen Hälfte der Studiengruppe nahmen an keinem Babyschwimmkurs teil, waren aber bezüglich ihres Elternhauses und der wirtschaftlichen Situation durchaus vergleichbar. Vier Jahre später verglichen die Forscher dann die beiden Gruppen miteinander und kamen zu dem Ergebniss, dass bei Übungen wie z.B. auf Zehenspitzen gehen, auf einem Bein stehen, Seilspringen, einen Ball in ein Tor rollen oder einen Jonglierball zu fangen, die fünfjährigen ehemaligen Babyschwimmer nicht unerheblich im Vorteil waren.
Baby swimming: exploring the effects of early intervention on subsequent motor abilities, H. Sigmundsson & B. Hopkins, Child: care, health and development, 2009:36,3,428–430

Stillen an der Mutterbrust schützt Babys vor Infektionen
Babys die sechs Monate oder länger gestillt werden erkranken im ersten Lebensjahr seltener an Infektionen wie z.B. Mittelohrentzündungen (-63%), akuten Atemwegserkrankungen (-42%), Magen-Darmerkrankungen (-38%) und Bindehautentzündungen (-55%). Dies geht aus einer Arbeit einer griechischen Forschungsgruppe um Fani Ladomenou hervor. Sie fanden heraus, dass je länger die Kinder an der Brust gestillt wurden, desto geringer war die Zahl der Infektionen bei den Kindern. Bemerkenswert ist die Aussage der Forscher, dass der schützende Effekt des Stillens nur auftrat, wenn die Mütter die Kinder ausschließlich an der Brust nährten. Bei einem Mix aus nicht menschlicher Flaschennahrung und Mutterbrust ging dieser Effekt verloren. Die Autoren dieser Arbeit schlossen in einer adjustierten Analyse den Einfluss von ethnischer Herkunft, Ausbildung der Eltern, Geburtsgewicht, Geschlecht, Jahreszeit sowie Art der Entbindung und die Zahl der Geschwister aus.
Protective effect of exclusive breastfeeding against infections during infancy: a prospective study, Fani Ladomenou, Joanna Moschandreas, Anthony Kafatos, et al., Arch Dis Child 2010:95,1004-1008

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Langzeiteffekt von Antibiotika auf die Darmflora
Eine Studie aus Schweden deutet darauf hin, dass die Bakterienbesiedelung im menschlichen Darm durch Anwendung von Antibiotika nachhaltig gestört werden kann. Das Forscherteam um Cecilia Jernberg vom Swedish Institute for Infectious Disease Control fand zwei Jahre nach einer siebentägigen Einnahme von Antibiotika sowohl eine signifikante Veränderung bei der Art der vorgefundenen Bakterienstämme wie auch im Verhältnis der verschiedenen Stämme zueinander. Zudem entdeckten die Forscher bei verschiedenen Strängen der Darmbakterien, dass diese eine Resisitenz gegenüber dem Antibiotika entwickelt hatten, obwohl in den zwei Jahren zwischen der Einnahme und er Untersuchung keine weiteren Antibiotika eingenommen wurden. Diese Forschungsergebnisse stehen damit im Widerspruch zu der bisherigen Anschauung, dass die Einnahme von Antibiotika zwar das Gleichgewicht der Darmflora beeinträchtigen, aber nach ein paar Wochen sich die Situation im Darm wieder normalisieren würde.
Long-term impacts of antibiotic exposure on the human intestinal microbiota, Cecilia Jernberg, Sonja Löfmark, Charlotta Edlund & Janet K. Jansson, Microbiology, 2010:156,3216–3223

Menschen wissen nicht so genau, was sie wissen und was nicht
In einem Versuch wurden auf einem Tisch mehrere Paare identischer Strümpfe ausgebreitet. Weibliche Versuchspersonen durften diese Strümpfe eingehend untersuchen, ohne zu wissen, dass diese identisch waren und konnten dann entscheiden, welche ihnen am besten gefielen. Die Wahl fiel überwiegend auf die Strümpfe auf der rechten Seite des Tisches. Auf Befragen begründeten die Probandinnen ihre Auswahl mit allerlei Erklärungen: die Strümpfe fühlten sich gut an, sie seien hauchdünn, etc. und zeigten dadurch, dass sie ihre Urteilsprozesse selber nicht genau kennen. Als der Versuchsleiter durchblicken lies, daß die Position der Strümpfe wichtig sein könnte, wurde von den Versuchspersonen durchwegs bestritten, dass diese bei ihrer Wahl eine Rolle gespielt hatte.
(Anzumerken bleibt, dass kognitive Entscheidungsprozesse auch bei Männern nicht unmittelbar zugänglich sind und kein Unterschied zwischen den Geschlechtern besteht. Dies wurde in anderen Versuchen gezeigt.)
Telling More Than We Can Know: Verbal Reports on Mental Processes, Richard Nisbett & Timothy Wilson, Psychological Review, 1977: Vol. 84, no. 3, pp. 231-259

Genetisch veränderte Kartoffeln führen zu Schleimhaut- und Immunreaktionen
Bei dem Projekt am Rowett Research Institut im schottischen Aberdeen unter der Leitung von Arpad Pusztai wurden Fütterungsstudien mit Ratten durchgeführt. Verschiedene Gruppen der Tiere erhielten je eine bestimmte Diät. Die verschiedenen Varianten der Diät waren einerseits genetisch veränderte Kartoffeln (die infolge des eingebrachten Gens das Eiweiß Lektin in den Knollen anreicherten), normale Kartoffeln zusammen mit separat beigefügtem Lektin und in der dritten Variante wiederum konventionelle Kartoffeln, jedoch ohne Beigabe von Lektin. Im Ergebnis führten die genetisch veränderten Kartoffeln zu deutlichen Verdickungen an der Schleimhaut des Magens, sowohl bei rohen wie auch gekochten Kartoffeln, zu Schleimhautveränderungen im Dünn- und Dickdarm und zu einer Aktivierung von Immunreaktionen (wie z.B. einer erhöhten Infiltration von T-Lymphozyten in der Schleimhaut des Verdauungstraktes). In der Gruppe, in welcher das Lektin zu den konventionellen Kartoffeln beigemischt wurde, zeigten die damit gefütterten Ratten keine vergleichbaren Symptome, ebenso die Ratten, die nur mit normalen Kartoffeln gefüttert wurden. In der Schlussfolgerung dieser Arbeit weist Pusztai darauf hin, dass der toxische Effekt der im Versuch verwendeten transgenen Kartoffeln wahrscheinlich auch bei anderen genetisch veränderten Pflanzen wie z.B. lektinhaltigen Sojabohnen zu finden sei.
Effect of diets containing genetically modified potatoes expressing Galanthus nivalis lectin on rat small intestine, Arpad Pusztai & Stanley W.B. Ewen, The Lancet, Vol. 354, Oct. 16, 1999, pp. 1353-1354

Gechlortes Trinkwasser kann zu Fehlbildungen bei ungeborenen Kindern führen
Bei der Desinfektion von Trinkwasser mittels Zusetzung von Clor entstehen durch chemische Reaktionen des Chlors mit organischen Substanzen im Wasser Nebenprodukte wie z.B. Trihalomethan (Chloroform) oder Halogen-Essigsäuren. Ein Team um Jouni Jaakkola vom Institut für Arbeits- und Umweltmedizin an der University Birmingham sammelte Daten von 396.049 Säuglingen, die in Taiwan geboren wurden, und untersuchte einen möglichen Zusammenhang zwischen hohen, mittleren oder geringen Mengen an Nebenprodukten der Chlorierung im Bezug zu elf relativ häufig auftretenden Mißbildungen von Babys.
Ihrer Arbeit zu Folge wird ein deutlicher Zusammenhang zwischen der Chloroform-Konzentration im Trinkwasser der schwangeren Frauen und drei Formen der Fehlbildungen bei ihren Kindern erkennbar. Diese drei Mißbilbldungen sind im Einzelnen: ein Loch in der Scheidewand der Herzkammern, Lippen-Kiefer-Gaumenspalten und Anenzephalie (schwerste Form der Gehirnfehlbildung). Das Risiko einer solchen Fehlbildung war bei der Schwangerengruppe mit einer hohen Konzentration an Chloroform in ihrem Trinkwasser bis zu 100% höher als in der Gruppe mit der niedrigen Konzentration.
Water disinfection by-products and the risk of specific birth defects: a population-based cross-sectional study in Taiwan, Jouni J.K. Jaakkola, Bing-Fang Hwang & How-Ran Guo, Environmental Health, 2008, 7:23