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Osteopathie bei Trisomie 21 (Down-Syndrom)

Viele Begleiterkrankungen, unter denen Kinder und Erwachsene mit Downsyndrom leiden, werden als Teil der Grundsymptomatik akzeptiert und daher oftmals nicht behandelt. Die Osteopathie bietet aber Möglichkeiten, viele sekundäre Symptome, vor allem bei Kindern, aber auch bei Jugendlichen und Erwachsenen zu verbessern.

Bei Neugeborenen mit Downsyndrom ist die Schädelbasis weniger stabil als bei anderen Kindern. Sie ist dadurch empfindlicher gegenüber den Kräften, die bei der Geburt auf den Kopf wirken (durch die Kontraktionen der Gebärmutter und die Kompression im Geburtskanal). So können sich Spannungsphänomene, Verformungen oder Torsionen in Knochen, Membranen und Schädelbasis zeigen und die Grundproblematik verstärken.

Child image

Mit einer osteopathischen Behandlung kann dem Kind bei der Überwindung dieser Krafteinwirkungen geholfen werden. Darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit, auf die Entwicklung des Gesichtsschädels, einschließlich der Nasennebenhöhlen und der Gehörgänge Einfluß zu nehmen. Dadurch kann die Neigung zu Atemwegsinfekten gemindert und die Sauerstoffzufuhr erleichtert werden. Auch die Hörfähigkeit kann sich durch die geringere Anfälligkeit für Mittelohrentzündungen und die verbesserte Durchblutung und Belüftung des Ohres uneingeschränkter entwickeln. Das wiederum fördert die Sprachentwicklung und damit auch die soziale Entwicklung des Kindes.

Die Behandlung der Schädelbasis unterstützt den Schädel und seinen Inhalt (zentrales Nervensystem, Hypophyse, Hirnhäute, etc.) sich freier und dynamischer zu entfalten, und dies fördert, zusammen mit der besseren Sauerstoffzufuhr, die neurologischen, motorischen und hormonellen Aspekte und somit die ganze Körperphysiologie.

Durch die beim Downsyndrom nicht selten auftretenden zusätzlichen Organerkrankungen sind oft Operationen, z.B. am Herzen oder am Verdauungssystem notwendig. Die Narben im tiefen Gewebe können Spannungsphänomene hinterlassen, die z.B. den freien Lymphabfluss oder die Bewglichkeit des Brustkorbs bei der Atmung beeinträchtigen. Hier kann die Osteopathie dem Körper bei der Kompensation der Narben helfen, die Beweglichkeit der Gewebe verbessern und die Integration der Narben in den Organismus unterstützen.